Der Weißstorch

Jedes Frühjahr kommen die Weißstörche zurück ins Storchendorf. Bis zu 10 Storchenpaare ziehen hier regelmäßig ihren Nachwuchs groß. Damit ist Linum eines der größten Storchendörfer in Brandenburg.

Über den Storch

Störche sind überall auf der Welt verbreitet, erfahre hier mehr über den Weißstorch.

Die Storchensaison

Von April bis August ist in der Storchenschmiede rund um den Storch einiges los.

Ausstellung

Die Ausstellung kann während der Storchensaison besucht werden.

Storchen-Cam

Wirf einen Blick in den Horst direkt
auf der Storchenschmiede

Über den Storch

Der Weißstorch

Störche zählen zu den Schreitvögeln und sind weltweit mit 19 Arten verbreitet. Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist in Europa der bekannteste Vertreter seiner Familie. Als Kulturfolger hat er sich an den Menschen angepasst und baut seine Horste häufig auf Häuserdächern, Schornsteinen und Türmen.

Aufgrund von Lebensraumverlusten ist die europäische Storchenpopulation im 20 Jh. stark zurückgegangen, in manchen Ländern gab es zeitweise sogar keine Brutvögel mehr. Durch intensive Schutzmaßnahmen, Renaturierung von Feuchtgebieten und Auswilderungsprojekten, hat sich der Bestand jedoch soweit erholt, dass der Weißstorch laut der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) seit 1994 als „nicht gefährdet“ gilt. In der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands ist der Weißstorch jedoch weiterhin als gefährdet eingestuft.

Weißstorch (Ciconia ciconia) © Wolfgang Stürzbecher

Der Weißstorch wird 80 – 100 cm groß, hat bis auf die schwarzen Schwungfedern ein weißes Federkleid, einen roten Schnabel und rote Beine. Seine Flügelspannweite erreicht beeindruckende 220 cm, das Gewicht liegt bei ca. 3-4 kg. Mit 3-4 Jahren werden Störche geschlechtsreif, sie können ein Alter von über 30 Jahren erreichen.

Weißstörche (Ciconia ciconia) © Klaus-Dieter Grahl

Weißstörche sind Zugvögel, den Winter verbringen sie in Afrika und Südeuropa und kommen ab März wieder in ihren Brutgebieten in Deutschland an. Häufig sind es die männlichen Störche, die im Frühjahr als erstes aus ihren Winterquartieren zurückkehren und die Nester (Horste) besetzen. Das Männchen beginnt dann mit Reparaturen und Aufräumarbeiten am Horst und wartet auf seine Partnerin. Störche sind horsttreu, d.h. sie kehren bei erfolgreicher Brut immer wieder auf den gleichen Horst zurück. Dadurch ziehen häufig die gleichen Partner jahrelang gemeinsam ihre Jungvögel groß. Weit reicht die Treue zueinander jedoch nicht. Wird einer der Partner von einem Rivalen aus dem Horst vertrieben, wird der Gewinner von dem verbliebenen Vogel meist als neuer Partner akzeptiert.

Nach der Paarung legt das Weibchen zwischen zwei und acht Eier, welche abwechselnd durch beide Altvögel bebrütet werden. Nach ca. 30-32 Tagen beginnt der Schlupf der Jungvögel und dann wird es anstrengend für die Eltern. Abwechselnd begeben sie sich auf Futtersuche, der andere beschützt die Jungen. Denn auch wenn sich die Horste in der Regel sehr weit oben befinden, kann es für den Nachwuchs gefährlich werden: der Milan zieht seine Kreise am Himmel auf der Suche nach Nahrung, und auf seinem Speiseplan stehen Vogelküken aller Art.

Roter Milan (Milvus milvus) © Klaus-Dieter Grahl

Außerdem gehören Seeadler, Kolkrabe und Mader zu den natürlichen Feinden der Störche. Auch extreme Wetterbedingungen können den Jungstörchen zum Verhängnis werden, bevor sich ihr schützendes Deckgefieder ausgebildet hat, werden sie unter den Flügeln der Altvögel vor Regen und Sonne geschützt.

Die Nahrung der Störche besteht hauptsächlich aus Mäusen, Fröschen, Regenwürmern, Fischen, Insekten und anderen Kleintieren. Die Jagd erfolgt im Schreiten auf Flächen mit niedriger Vegetation oder in flachen Gewässern. Hat der Storch ein Beutetier entdeckt, hackt er blitzschnell mit seinem Schnabel zu.

Weißstörche (Ciconia ciconia) mit Jungvögeln auf dem Horst © Klaus-Dieter Grahl

Storchenkinder sind hungrig. Wenn sie noch sehr klein sind, benötigen sie vor allem Regenwürmer und Insekten. Schon nach kurzer Zeit müssen die Elterntiere jedoch bis zu 1400 Gramm Futter pro Jungvogel anschleppen, diese besteht dann meist aus kleinen Wirbeltieren, wie Fröschen und Mäusen. Im Alter von neun Wochen werden die Jungvögel Flügge und starten ihre ersten Flugversuche. Schon bald begleiten sie ihre Eltern auf Futtersuche und bereiten sich auf die Reise ins Winterquartier vor. Diese müssen sie direkt beim ersten Mal ohne ihre Eltern bewältigen.

Im August machen sich die Störche auf den Weg nach Afrika, die Jungtiere starten zwei Wochen vor den Alttieren. Da sich die Alttiere in den letzten Wochen um die Ernährung und Aufzucht ihrer Jungen gekümmert haben, benötigen sie die Zeit, um sich von den Anstrengungen zu erholen und sich Kraftreserven anzufuttern, damit auch sie den langen Weg in ihre Winterquartiere schaffen.

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Die Storchensaison

Es klappert im Storchendorf


Während der Storchensaison von April bis August ist in der Storchenschmiede einiges los. Die Störche kommen aus ihren Winterquartieren, um die Horste zu besetzen und ihren Nachwuchs großzuziehen. In dieser Zeit kann man bis zu 10 Storchenpaare im Dorf bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten. Aber auch viele andere Brutvögel, wie Dohlen, Schwalben und Turmfalken nisten im Ort und auch im angrenzende Teichgebiet gibt es viel zu entdecken.

In der Storchenschmiede kann man in dieser Zeit ein vielfältiges Angebot nutzen. Über eine Live Kamera kannst Du in der Ausstellung das geschehen im Horst auf dem Dach der Storchenschmiede beobachten. Das Team der Station bietet neben Führungen und Exkursionen auch ein Programm für Kinder an. Sie können in der Ausstellung spielerisch die Reiserouten der Störche erforschen, mit Naturmaterialien basteln und malen oder verschiedene Stationen auf dem Gelände der Storchenschmiede entdecken.

Schau hier nach, was in der Storchenschmiede los ist.

Weißstörche (Ciconia ciconia) mit Jungvögeln © Klaus-Dieter Grahl
Weißstorch (Ciconia ciconia) © Wolfgang Stürzbecher
Weißstörche (Ciconia ciconia) © Klaus-Dieter Grahl
Weißstorch (Ciconia ciconia) © Wolfgang Stürzbecher
Weißstörche (Ciconia ciconia) © Sandra Becker
Weißstorch (Ciconia ciconia) © Wolfgang Stürzbecher
Weißstorch (Ciconia ciconia) © Stefan Schultze
Weißstorch (Ciconia ciconia) © Wolfgang Stürzbecher
Weißstorch (Ciconia ciconia) © Wolfgang Stürzbecher
Weißstorch (Ciconia ciconia) © Klaus-Dieter Grahl
Weißstorch (Ciconia ciconia)© Wolfgang Stürzbecher
Weißstörche (Ciconia ciconia) mit Jungvögeln © Klaus-Dieter Grahl
Weißstörche (Ciconia ciconia) Jungvögel © Klaus-Dieter Grahl

Mit einer Spende kannst Du die Storchenschmiede unterstützen! Jeder Beitrag zählt!

Das Spendenkonto: IBAN DE72 1605 0000 1000 5875 30
Verwendungszweck: Storchenschmiede Linum

Ausstellung

Den Storch erleben

In der Ausstellung rund um den Weißstorch können Jung und Alt viel Interessantes über Meister Adebar erfahren. Auf einer interaktiven Karte können die Zugwege der Vögel nachverfolgt werden, der Fressstorch zeigt, was Störche gerne essen und was von ihnen verschmäht wird und eine Vielzahl von Bildern gibt einen Einblick in das Leben der Störche. Über eine Live-Übertragung kann mitverfolgt werden, was die Störche auf dem Dach der Schmiede gerade so treiben und unsere Mitarbeiter*innen freuen sich, Dir mehr über die aktuelle Brutsaison der Störche zu erzählen.

Blick in die Ausstellung © Sandra Becker
Die Storchen-Cam

Unter Beobachtung


Wenn der Horst auf dem Dach der Storchenschmiede besetzt ist, kannst Du hier live einen Blick hinein werfen.

Brutzeit

Jungstörche mit Reisepass


30.06.2021 – Aufmerksame BeobachterInnen werden es schon bemerkt haben: Der Jungstorch auf der Storchenschmiede hat seit einer Woche einen gelben Ring am linken Bein oberhalb des Intertarsalgelenkes, etwas versteckter kann man auch am rechten Bein oberhalb des Fußes einen Aluminiumring erkennen.

Am Dienstag letzter Woche wurden die ersten 13 Jungstörche in Ostprignitz-Ruppin beringt, jedes der Storchenkinder bekam einen Aluminiumring mit eingravierter Nummer ans rechte und einen Plastikring mit gut ablesbaren Ziffern ans linke Bein. So können sie überall wiedererkannt und wichtige Erkenntnisse über ihre Zugrouten und Verhaltensweisen erlangt werden.

Seit über 30 Jahren beschreitet der ehrenamtliche Beringer Jörg Dummer die Beringung mit seiner Hebebühne, mit dabei war in diesem Jahr Lisa Hörig, hauptamtliche Mitarbeiterin der Storchenschmiede. Nicht allen Jungvögeln konnten bei dieser Tour Ringe angelegt werden. Die Altersunterschiede sind in diesem Jahr extrem: Während einige Jungstörche mit fast 8 Wochen bereits ihre Flugmuskulatur trainieren, sind andere gerade mal 2-3 Wochen alt und damit noch zu klein zum Beringen. Grund hierfür waren u.a. Unwetter auf der Zugroute, die den Störchen im Frühjahr den Weiterzug erschwert haben. Dadurch kamen einige Paare erst Ende April in ihren Brutgebieten an.

Einmal oben wurden auch gleich noch die Horste von Unrat befreit. Es ist immer wieder erschreckend, wie viel Müll als Nistmaterial verwendet wird. Plastiktüten und Bindegarn werden am häufigsten verbaut. Das kann zur ernsthaften Gefahr auf den Horsten werden.

In diesem Jahr mussten wir diese Gefahr hautnah erleben, als das Storchenmännchen auf dem Schmiedehorst mit einer Plastikstrippe um Hals und Schnabel gewickelt von der Futtersuche zurück kam. Viel unternehmen kann man nicht, solange die Vögel noch Fliegen können. Glücklicherweise konnte sich das Männchen schnell wieder von dem Garn befreien.

Die Überreste davon konnten wir nun nach der Beringung vom Horst entfernen, so dass keine Gefahr besteht, dass sich z.B. der Jungstorch bei seinen ersten Flugversuchen darin verfängt.

Brutzeit

Ein kleines Update


12.06.2021 – Genau vor einem Monat ist der kleine Storch auf dem Schmiedehorst geschlüpft, seitdem hat er sich prächtig entwickelt, kein Wunder, als Einzelkind bekommt er auch besonders viel Futter ab. Stehen kann der Kleine zwar noch nicht, aber auf seinen Laufknochen robbt er schon durchs Nest. Noch hält immer einer der Elternvögel Wache, während der andere auf Nahrungssuche ist, es wird aber nicht mehr lange dauern, bis der Jungstorch auch mal alleine im Nest zurückbleibt. Mittlerweile ist er schon zu groß als dass ihm Milane oder Raben, die sich gerne mal einen Jungvogel aus dem Horst schnappen, gefährlich werden.

Auch auf den anderen Storchenhorsten in Linum lassen sich nun die Jungvögel beobachten. Mindestens 18 konnten wir bereits zählen, vielleicht ist uns aber auch noch der ein oder andere entgangen. Da die Altstörche sehr unterschiedlich aus den Winterquartieren zurückgekehrt sind, haben die Jungstörche teilweise sehr große Altersunterschiede. Während der älteste Jungstorch im Ort nun schon fünf Wochen alt ist, gibt es auch einen Horst, auf dem die Jungen erst letzte Woche geschlüpft sind.

Brutzeit

Ein Küken weniger


27.05.2021- Leider ist mittlerweile nur noch ein Jungvogel im Horst der Storchenschmiede, wie genau der andere Jungvogel umgekommen ist, haben wir nicht beobachtet. Seit letzten Freitag war bei den Fütterungen nur noch ein Jungvogel zu sehen. Nun konnten wir den anderen Jungvogel leblos am Horst hängend erkennen, es liegt daher nahe, dass einer der Altstörche den Jungvogel getötet und aus dem Horst geworfen hat.

Dass Störche ihre Jungvögel aus dem Nest werfen, wird häufiger beobachtet, sehr kleine Küken werden manchmal sogar gefressen. Dieses Verhalten bezeichnet man als Kronismus, nach der griechischen Sage über den Titan Kronus, der seine Kinder fraß, damit diese ihm den Thron nicht streitig machen konnten.

Was genau diese Verhaltensweisen auslöst, ist noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielen Nahrungsknappheit und andere Stressoren eine Rolle. So tritt Kronismus und das Abwerfen von Jungvögeln in nahrungsarmen Jahren häufiger auf als sonst. In der Regel sind die Jüngsten und schwächsten Storchenkinder Ziel dieser Aggression, es liegt daher nahe, dass die Eltern so das Überleben der kräftigeren Jungvögel sichern.

Brutzeit

Gefährliches Nistmaterial


18.05.2021 – Das Storchenmännchen ist heute mit viel gefährlichem Material, in welchem er sich mit Schnabel und Hals verfangen hat, auf den Horst zurückgekommen. Leider ist es uns in der derzeitigen Situation nicht möglich, helfend einzugreifen. Jede Annäherung an den Horst würde den Storch aufschrecken und im Zweifel auch die Jungvögel in Gefahr bringen. Einen flugfähigen Storch einfangen zu wollen, ist leider nicht sehr vielversprechend. Wir beobachten die Situation dauerhaft und werden, sobald sich die Möglichkeit bietet, eingreifen. Wir bitten Dich daher, erst einmal von Anrufen zu der Situation abzusehen, wir informieren an dieser Stelle, und auf unseren weiteren Kanälen, sobald sich etwas ändert.

Brutzeit

Die ersten Küken sind da!


14.05.2021 – Am Mittwoch gegen 15:00 haben wir das erste Küken entdeckt, noch halb in der Ei-Schale klebend, wurde es von dem Storchenmännchen beim Eierwenden ordentlich herumgewirbelt. Mittlerweile ist das Kleine schon recht aktiv und reckt sich nach oben sobald sich die Altvögel erheben. Heute Vormittag war dann auch das nächste Küken zu sehen. Beide Jungvögel wirken fit und werden von den Eltern regelmäßig mit Nahrung versorgt.

Für die Jungenfütterung sammeln die Altstörche Insekten, Würmer, Frösche und andere kleine Tiere in ihrem Kropf, welcher kurz vor dem Magen liegt. Im Horst angekommen, würgen sie das Futter auf den Nestboden aus, wo die Jungvögel es dann selbstständig aufpicken. Was übrig bleibt, wird von den Eltern selbst verzehrt. Gerade jetzt wo die Jungvögel noch klein sind, werden vor allem Regenwürmer verfüttert

In den ersten Wochen werden die Jungstörche noch unter dem Gefieder der Altvögel gehudert, ihre flauschigen grauen Daunenfedern bieten zwar eine sehr gute Wärmeisolation, gewährleisten vor Regen und Wind aber wenig Schutz.

Das Storchenweibchen kommt von der Futtersuche zurück. Während sie das mitgebrachte Essen auf den Nestboden auswürgt, wo die Kleinen es aufpicken können, trocknet das Männchen sein Gefieder im Wind, bevor es zur Futtersuche aufbricht.
Brutzeit

Und es sind wieder vier…


28.04.2021- Es liegen wieder vier Eier im Horst von Familie Storch, das Weibchen hat also zwei Eier nachgelegt. Bereits gestern hatten wir schon geglaubt, ein drittes Ei zu erspähen, das hat sich nun bewahrheitet und übertroffen.

Mittlerweile gehen wir davon aus, dass ein neues Weibchen auf dem Horst der Schmiede brütet, bei dem beobachteten Kampf am 22.04. hat sie wohl die vorherige Dame aus dem Horst vertrieben. Die Gefiederfarbe erscheint uns etwas heller und es würde erklären, warum die Tage nach dem Horstkampf fast ausschließlich das Männchen gebrütet hat. Damit wäre sie dann bereits das dritte Storchen-Weibchen auf dem Schmiedehorst in diesem Jahr.

Ob die Jungvögel der zuletzt gelegten Eier eine Chance aufs Überleben haben, wird sich zeigen. Wenn die ersten beiden Eier schlüpfen sollten, ist das sehr unwahrscheinlich. Selbst wenn die Altvögel lange genug auf den Eiern säßen, um diese aus zu brüten, hätten die Jungvögel vermutlich einen Altersunterschied von ca. zwei Wochen. Zwischen Jungstörchen herrscht ein starker Konkurrenzkampf um die angebrachte Nahrung. Häufig kann man beobachten, dass ältere Geschwister die jüngeren während des Fütterns abdrängen oder sogar mit dem Schnabel nach ihnen hacken. Dabei können 2-3 Tage Altersdifferenz schon einen starken Unterschied ausmachen. Ein zwei Wochen jüngeres Küken hätte kaum Chancen, ausreichend Nahrung zu ergattern.

Dieses Verhalten ist nicht etwa bösartig, sondern ein Überlebensinstinkt der Tiere und sorgt dafür, dass bei knappem Nahrungsangebot wenigstens ein oder zwei der Jungvögel ausreichend Nahrung für eine normale Entwicklung bekommen.

Brutzeit

Da waren’s nur noch zwei …


22.04.2021- Am Dienstagabend hat sich ein kleines Drama auf dem Storchenhorst abgespielt, dem zwei der Eier zum Opfer gefallen sind. Aufmerksame StorchenbeobachterInnen konnten einen Kampf des Storchenpaares mit einem dritten Storch beobachten, welcher ihnen wohl den Nistplatz streitig machen wollte. Darauf folgend, hackte das Männchen am nächsten Morgen auf die bereits gelegten Eier ein, zwei davon wurden zerstört und aus dem Nest geworfen.

Denkbar ist, dass die Eier während des Kampfes Schaden genommen hatten und aus diesem Grund aus dem Horst entfernt wurden. Seitdem sind die beiden besonders aufmerksam, häufig halten sich beide Altvögel auf dem Horst auf und das Männchen bebrütet fast konstant die Eier.

Dass das Weibchen noch einmal neue Eier legt ist sehr unwahrscheinlich und würde wohl auch nicht zum Erfolg führen, da der Altersabstand zwischen den Jungvögeln zu groß wäre und die jüngeren kaum Chancen hätten, ausreichend Nahrung zu ergattern. Wir hoffen, dass die verbleibenden Eier erfolgreich ausgebrütet werden können.

Brutzeit

Da waren es auf einmal vier!


15.04.2021- Vier Eier haben wir heute Morgen im Nest entdeckt, als das Männchen sie mit dem Schnabel wendete. Während der Brut stehen die Störche regelmäßig auf und wenden die Eier vorsichtig mit dem Schnabel, so bekommen alle Eier gleichmäßig Wärme. Außerdem wir so, vor allem in den ersten Tagen der Brut, das Ankleben des Embryos an die Eihülle verhindert.

Auch auf den anderen Horsten im Dorf tut sich etwas. Mittlerweile konnten wir schon 13 Störche in Linum beobachten, drei von ihnen warten noch auf den Partner oder die Partnerin. Wir hoffen daher noch auf die Ankunft von mindestens drei weiteren Störchen. In den letzten Jahren waren es regelmäßig neun Paare, die in Linum gebrütet haben. Wer die Störche vor Ort beobachten und mehr über ihr Leben und ihre Eigenarten erfahren möchte, kann an jedem Sonntag im April, Juni oder Juli an unseren Führungen zu den Storchenhorsten teilnehmen. Gruppen können auch einen individuellen Termin vereinbaren.

Brutzeit

Das erste Ei ist da!


10.04.2021- Seit dem 28.03.2021 ist das Storchenweibchen nun hier, heute Morgen haben wir nun endlich das erste Ei entdeckt, gut gebettet im Heu, bekommt man es nur dann zu Gesicht, wenn die Altstörche das Ei wenden. Nun auch immer einer der Störche auf dem Horst und bebrütet das Ei, oder vielleicht sogar die Eier? Häufig fangen die Störche nämlich erst nach der Ablage des zweiten Eis an, richtig zu brüten, so dass die beiden ersten Jungvögel am gleichen Tag schlüpfen. Die nächsten Eier folgen dann im Abstand von jeweils zwei Tagen. Bei der Brut wechseln sich die Partner regelmäßig ab, nur in der Nacht brütet für gewöhnlich das Weibchen.

Bei einer Brutzeit von ca. 31 Tagen erwarten wir den ersten Jungvogel, wenn alles gut geht, am 10.05.2021. Im letzten Jahr waren die ersten Jungstörche genau eine Woche später am 17.05. geschlüpft. Wir sind gespannt…

Mittlerweile sind schon sechs der Horste in Linum belegt, einige der Störche warten aber noch auf ihre Partner. Das liegt wohl an den schwierigen Zugbedingungen, die derzeit für die ostziehenden Störche in Osteuropa herrschen. Die starken Westwinde und das trübe Wetter erschweren das Vorankommen. Nun hat der Wind ein wenig gedreht und wir erwarten in den nächsten Tagen die Ankunft weiterer Störche, früh genug, um erfolgreich Brüten zu können.

Couple Goals

Neue Dame – neues Glück


31.03.2021 – In den letzten zwei Wochen war sich die Storchendame nicht sicher, ob sie sich in unserem Horst wohl genug fühlt und war in dieser Zeit auf zwei Horsten zu Hause. Seit drei Tagen wird Linum jedoch von vier Störchen bevölkert. Ein weiteres Weibchen ist eingetroffen und hat sich zu dem Storch auf unserem Schmiedehorst gesellt, die beiden haben sich mit lautem Klappern begrüßt. Wir vermuten, dass es sich diesmal um das Weibchen aus dem letzten Jahr handelt, ohne Beringung ist das aber nicht sicher feststellbar.

Horst-Hopping

Eine unentschlossene Storchendame


24.03.2021- Die Störche haben den Horst in den letzten Tagen bereits hergerichtet, altes Material wurde herausgeschmissen, und der Nestboden mit frischem Stroh ausgekleidet.

Auch ein großes Stück Plastik, welches im letzten Jahr auf den Horst getragen wurde, ist zum Glück wieder herausgeschmissen worden und konnte von uns dann sachgerecht in der gelben Tonne entsorgt werden.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Störche Plastikfetzen aufsammeln und in ihren Horsten verbauen, diese können dazu beitragen, dass das Wasser bei starken Regengüssen nicht mehr richtig aus den Horsten ablaufen kann und sich Pfützen auf dem Nestboden bilden. Die Jungvögel, die noch kein fertig ausgebildetes Deckgefieder haben, werden dann nass, verkühlen und sterben. Ein weiterer Grund weshalb unser Abfall nichts in der Natur zu suchen hat.

Die Storchendame kann man derzeit nur sporadisch im Horst beobachten, das liegt daran, dass sie sich noch nicht ganz entschieden hat, wo und mit wem sie letztendlich ihre Jungen aufziehen will. Mittlerweile hat sich noch ein anderes Storchenmännchen im Ort eingetroffen und immer öfter ist die Störchin bei ihm auf dem Horst zu sehen.

Der Großteil der ostziehenden Störche ist bisher noch nicht bei uns angekommen, viele von ihnen halten sich derzeit noch in der Türkei auf. Der NABU Hamburg hat ein Besenderungsprojekt und veröffentlicht die Bewegungsdaten der besenderten Störche hier, sehr spannen für alle, die etwas genauer nachverfolgen wollen, wie die einzelnen Störche ziehen.

Aktuelles aus dem Storchenhorst

Jetzt klappert’s


14.03.2020 – Entgegen unserer Erwartungen ist die Storchendame heute schon eingetroffen und die beiden Störche haben sich bereits gepaart. Ob es wohl dasselbe Weibchen wie in den letzten Jahren ist? Ohne Beringung können wir das leider nicht feststellen. Fakt ist aber, dass die Dame deutlich früher als in den Vorjahren angekommen ist, da ist sie erst Anfang April eingetroffen und damit werden die beiden wohl früher mit der Brut beginnen. Wir sind gespannt…


Aktuelles aus dem Storchenhorst

Er hat es geschafft!


11.03.2021 – Der erste Linumer Storch ist gestern Abend auf dem Horst der Storchenschmiede gelandet. Wie auch schon im letzten Jahr handelt es sich um das beringte Männchen, welches 2015 in Protzen geschlüpft ist und seit 2019 auf dem Horst der Storchenschmiede seine Jungen großzieht. Der beringte Storch verbringt seine Winter in Spanien, zuletzt wurde er in der Nähe von Madrid auf einer Müllkippe gesichtet. Auf seine Partnerin wird der Storch noch etwas warten müssen. Diese gehört zu der ostziehenden Population der Weißstörche, und hat eine weitere sowie gefährlichere Route über den Bosporus zu bewältigen.
Nachdem das Männchen sich erholt und satt gefressen hat, wird er die nächsten Wochen dazu nutzen, den Horst für das Brutgeschäft vorzubereiten. So kann es gleich mit der Paarung losgehen, sobald die Partnerin eintrifft.

Bei den frühen Heimkehrern, die jetzt schon überall in Brandenburg ankommen, handelt es sich meist um sogenannte „Westzieher“. Sie kommen auf der westlichen Route über Frankreich und Spanien aus ihren Winterquartieren in Afrika. Viele der Vögel überwintern mittlerweile auch direkt in Spanien, weil sie dort auf Müllkippen genügend Nahrung finden und der Weg zurück zu den Brutstätten deutlich kürzer und ungefährlicher ist.
Die meisten brandenburgischen Störche werden jedoch erst ab Ende März erwartet, denn der Großteil der hiesigen Population sind „Ostzieher“. Derzeit befinden sich viele von ihnen noch südlich der Sahara und haben von dort aus noch einen weiten und strapaziösen Flug über den Bosporus bis nach Deutschland vor sich.

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